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Dezember 2017

ATS Report: Wie drahtlose Updates die Wertschöpfungskette verändern – Händler fürchten um den Verlust einer lukrativen Einnahmequelle

Im Zuge der ständig zunehmenden Bedeutung der Steuerungs-Software für moderne Fahrzeuge hat sich auch die Zahl der Software-bedingten Rückrufaktionen signifikant erhöht. Als Reaktion darauf haben Hersteller jetzt damit begonnen ihr Software-Management einer generellen Prüfung zu unterziehen.

Over-the-Air-Updates (kurz OTA) werden zukünftig etliche Geschäftsmodelle innerhalb der Wertschöpfungskette tangieren. Die Entwicklung betrifft insbesondere die Bereiche, die bis dato erfolgreich von Händlern und dem Aftermarket abgeschottet werden konnten. Vor dem Hintergrund, dass Händler derzeit höhere Margen durch den Verkauf von Ersatzteilen und Serviceangebote erwirtschaften, als durch den Verkauf von Fahrzeugen, erscheint dies nur folgerichtig. Entsprechend ist Furcht davor, dass Hersteller Software-Updates an den Händlern vorbei direkt auf die Fahrzeuge aufspielen und diese somit um Umsätze und den direkten Kundenkontakte bringen könnten, enorm.

Bis dato verfügen nur etwa 0,17 % der zugelassenen Fahrzeuge OTA-fähige Steuerungsgeräte (engl. electronic control unit, kurz ECU), doch Analysten von HIS haben bereits für das Jahre 2023 einen Anstieg auf 19 % prognostiziert.

Jetzt ist eine hitzige Debatte darüber entbrannt, welches Gut höher zu bewerten ist: die Sicherung alter Pfründe oder die Sicherheit des Kunden.

 

Kernpunkte



  • Die Digitalsierung und Vernetzung von modernen Fahrzeugen bringt Vorteile für alle Akteure und eröffnet neue Geschäftsmodelle und Gewinnströme innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.
  • OTA-Updates sind notwendig, um mit der zunehmenden Geschwindigkeit der Digitalisierung Schritt halten zu können. In Rahmen der Wertschöpfungskette sollte die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer absolute Priorität haben – Geschäftsmodelle müssen entsprechend angepasst werden.
  • Händler befürchten durch den Einsatz von OTA-Updates eine weitere Ausweitung der Kontrolle der Hersteller über die Wertschöpfungskette insbesondere mit Hinsicht auf drohende Einbußen im Service.
  • Über die Umstrukturierung der Händlernetzwerke versuchen die Hersteller ineffiziente Prozesse zu beseitigen und neue Technologien zu ermöglichen. Dies wird derzeit aber von Regulationsbehörden und der Händerlobby verhindert.
  • OTA-Updates werden für die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer immer relevanter und diesem Fakt sollte oberste Prioriät zugemessen werden – Geschäftsmodelle müssen entsprechend angepasst werden und dürfen den technischen Fortschritt nicht behindern.

Der nachstehende Report gibt einen Überblick darüber, wie OTA-Software-Updates die Geschäftsmodelle innerhalb der Automobil-Wertschöpfungskette verändern werden.

Schreiben Sie uns, um den vollständigen Report in Englisch zu erhalten.